Veröffentlicht: Mittwoch, 12. Dezember 2018 12:22

Am 6.12.18 hat die Hannoversche Allgemeine Zeitung im dem Stadt-Anzeiger Ost einen Artikel zum Thema Poller an der Ecke Kollenrodt-/Lützerodestraße in der List herausgebracht. Dieser polemischer Artikel stützt sich auf einer Vielzahl falscher Behauptungen.

Wir haben uns mit der Situation gründlich auseinander gesetzt und unter anderem mit den Eltern, die sich für die Maßnahme eingesetzt haben, gesprochen. Die Ergebnisse der Arbeit sind in der untenstehenden Stellungsnahme zu finden. Dort sind wir auch auf jede falsche Behauptung einzeln eingegangen.


FUSS e.V. - Gruppe Hannover übt Kritik zur Berichtserstattung der HAZ zum Thema Pfosten an der Ecke Kollenrodt-/Lützerodestraße


Am 6.12.18 hat die Hannoversche Allgemeine Zeitung auf der 2. Seite des Stadt-Anzeigers Ost einen Artikel zum Thema Poller an der Ecke Kollenrodt-/Lützerodestraße herausgebracht. Dieser Artikel setzt die Maßnahme mittels offensichtlich falscher Behauptungen unnötig ins falsche Licht.

Für die Kreuzung haben die Eltern und letztendlich die Verwaltung eine Maßnahme ausgearbeitet, die die Situation für die Fußgänger deutlich verbessert ohne Nachteile für die anderen Verkehrsteilnehmer zu schaffen (anders als im Artikel behauptet). Vor allem die Kinder können sich jetzt noch sichererer selbstständig im Viertel bewegen. Unter anderem die Schulkinder aus der Welfenplatzschule, die die Schule besuchen oder nach dem Unterricht die Horte am Bonifatiusplatz oder in der Edenstraße aufsuchen. Der Artikel vermittelt dagegen nur die nicht vorhandene Verschlechterungen. Wir finden es nicht angebracht, in solcher Situation, die nur Verbesserung und keine Verschlechterung bietet, unnötig zu provozieren.

"Wir haben uns für die Verbesserung eingesetzt, weil wir Angst um unsere Kinder gehabt hatten. Es hat uns viel Einsatz und Zeit gekostet die Verwaltung zu überzeugen. Letztendlich ist eine Lösung entstanden, die alle Seiten zufriedenstellt. In dem Artikel werden aber die Tatsachen komplett verdreht. Wir sind enttäuscht." sagen zwei Mütter aus der Gruppe, die sich für die Maßnahmen eingesetzt hatte und vor über zwei Jahren ausführliche Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt hatte. "Hier rückt eine begrüßenswerte Maßnahme unbegründet in ein komplett falsches Licht. Dies ist eine unnötige und provozierende Stimmungsmache" fügt Krzysztof Mieloch, der Sprecher der Ortsgruppe des FUSS e.V., hinzu.

Unser Kommentar zu den einzelnen Textpasaggen:

1. "Poller schützen nur Papierkorb"
Die Poller führen zur Steigerung der Sicherheit der Fußgänger, die im Straßenverkehr die schwächste Verkehrsteilnehmergruppe bilden. Die Kreuzung war vorher eine riesige unübersichtliche Verkehrsfläche. Wenn man entlang der Kollenrodtstraße (von Norden kommend) die Lützerodestraße kreuzen wollte, konnte man nicht sehen, ob aus dieser Richtung ein Auto kommt. Die Kinder, die über die parkende Fahrzeuge nicht schauen können, konnten den Verkehr in der Lützerodestraße nicht überblicken. Zur besseren Veranschaulichung bitte die nachfolgende Vergleichsbilder - vor und nach der Maßnahme - beachten.

Zustand alt. Große unübersichtliche Fläche und langer Weg über die Kreuzung. Die drei rot markierten Parkplätze sind entfallen. Quelle der Grundlage: http://maps.google.de
 
Zustand neu. Deutlich kürzerer Weg über die Fahrbahn. Die drei grün markierten Parkplätze sind neuentstanden. Quelle der Grundlage: http://stadtmodell-test.hannover-stadt.de


2. "Seit einigen Wochen..."
Die Poller wurden vor zwei Jahren gesetzt, ungefähr zwei Monate nach dem Beginn des Schuljahres 2016. Auf dem "danach" Bild sind die Pfosten bereits zu sehen und dieses Bild wurde 2017 aufgenommen.

3. "lange ohne Zwischenfälle als Parkfläche genutzt wurde"
In dem abgetrennten Bereich gab es genau 2 Parkplätze (auf dem "davor" Bild ersichtlich - rot markiert), die entfallen sind. Auf der anderen Straßenseite gegenüber musste ein weiterer Parkplatz weichen. Dafür entstanden 3 neue Parkplätze (Siehe das "danach" Bild - grün markiert). So weit wir wissen, gab es hier keine geduldeten "illegalen Parkplätze". Dafür bestand keine Möglichkeit.

4. "Geschütz wird jetzt eine Brachfläche."
Im Punkt 1 haben wir bereits ausgeführt, wer hier tatsächlich geschützt wird. Außerdem eine Brachfläche bestand auch zuvor, nur war sie Teil der Fahrbahn. Diese Brachfläche kann jetzt aber z.B. mit Blumenkübel oder einer Möblierung verschönert werden. Wir werden uns diesbezüglich an den Bezirksrat wenden.

5. "Diese Maßnahme hat nicht nur für Unverständnis bei den Anwohnern gesorgt. Auch Clementinenhaus-Geschäfstführerin..."
Wir haben die Protokolle der Bezirksratssitzungen Vahrenwald/List durchsuchen lassen und die Maßnahme wurde weder von Seiten der Parteien noch der Bürger in der Fragestunde thematisiert.

6. "Es fehlen hier dringend Parkplätze für unser Krankenhaus. Für Besucher ..."
Auf der anderen Seite der Kollenrodtstraße (entlang des Clementinenhauses) sind Kurzzeitparkplätze (mit Parkscheibe) eingerichtet. Es stehen 8 bis 9 (je nach Größe der parkenden Fahrzeuge) Stellflächen zur Verfügung. Wir haben uns am Freitag, dem 7. Dezember um 10 Uhr die Situation vor Ort vergegenwärtigt. Es standen dort 6 Fahrzeuge (somit noch 2-3 frei Stellplätze). Davon parkten zwei ohne Parkscheibe und eines mit mehr als 1 Stunde überzogener Parkzeit. In diesem Bereich wurden bereits zusätzliche Parkplätze geschaffen. Beispielsweise wurde der westliche Gehweg der Lützerodestraße südlich der Kollenrodtstraße zum Gunsten von Querparkplätze aufgegeben (Der Anfang ist in parkplaetze.jpeg im unteren Bereich zu sehen). Außerdem ist die Tiefgarage im Businesspark Welfenplatz nur mäßig ausgelastet.

7. "Für Besucher hätte man hier mindestens sechs oder acht markierte Parkplätze schaffen können."
Auf dem folgenden Bild haben wir eine mögliche Anordnung der angedachten Parkplätze dargestellt. Sechs wären unterzubringen. Dafür gäbe es hier für Fußgänger keine unmittelbare Querungsmöglichkeit mehr. Damit Fußgänger die Straßen kreuzen könnten, müssten 3 Parkplätze an anderer Stelle aufgegeben werden und Fußgänger müssten Umwege im Kauf nehmen. Die Querung der Straßen in freigehaltenen Parklücken ist insbesondere für Kinder schwierig, weil sie hier den fließenden Verkehr nicht überblicken können. Wir gehen im Übrigen davon aus, dass die Straßenverkhrsbehörde mit den Ein- und Ausparken im Kreuzungsbereich nicht einverstanden wäre.

Die hypothetischen "6 bis 8 Parkplätze". Um den Fußgänger das Kreuzen der Straßen zu ermöglichen, müssten die 3 rot markierten Parkplätze entfallen. Vor allem Kinder hätten hier den fließenden Verkehr wegen der anderen parkenden Fahrzeuge nicht überblicken können. Quelle der Grundlage: http://maps.google.de