- Pressemitteilung von FUSS e.V. Ortsgruppe Hannover vom 7. März 2025 -

Keine blauen Tonnen auf Gehwegen!

In der HAZ vom 6. März 2025 ist zu lesen, dass AHA plant, künftig zusätzlich zu den gelben Tonnen auch noch blaue Altpapiertonnen und -Container im öffentlichen Raum aufzustellen, wenn es für die Behälter keinen Platz auf den Grundstücken gibt.

Der Fußgängerschutzverein Fuss e.V. unterstützt ausdrücklich die Position der Stadt, dass diese nicht auf Wegen, die den Fußgängern und Fußgängerinnen vorbehalten sind, aufgestellt werden dürfen.

Bereits jetzt beeinträchtigen die schon vorhandenen Tonnen auf den Gehwegen das Erscheinungsbild der Stadt deutlich, wie auch auf dem Foto in der HAZ zu erkennen ist.

Im vergangenen Jahr hat das Land Niedersachsen einen Fußverkehrs-Check in der Oststadt gefördert. Bei den Begehungen fiel auf, dass bereits die genehmigten Gelben Tonnen nicht nur den Gehkomfort deutlich vermindern, sondern durch die Einschränkung der Gehwegbreite und teils chaotisches Abstellen nach den Leerungen insbesondere für Menschen mit Behinderungen die Nutzbarkeit der Gehwege fast völlig einschränken. Folglich wurde die Maßnahmeempfehlung „Hindernisfreie Gehwege – Abstellflächen für Wertstofftonnen“ beim Abschlussworkshop des Fußverkehrs-Checks von den Teilnehmenden als einer der drei wichtigsten Maßnahmen zur Verbesserung des Fußverkehrs bewertet.

Fuss e.V. begrüßt ausdrücklich die Bemühungen der Stadt, den öffentliche Raum attraktiver zu gestalten, wie es z.B. in der Innenstadt, am Steintorplatz und im Bereich des nördlichen Bahnhofsumfeldes geplant ist. Das Vorhaben von AHA, künftig noch mehr Tonnen im öffentlichen Raum aufzustellen, konterkariert diese Vorhaben. Bei Einwohnern und Touristen entsteht vielmehr der Eindruck, dass der öffentliche Raum im allgemeinem und die Gehwege im Besonderen als Abladefläche und Resterampe benutzt werden. Das schädigt nachhaltig das Image von Hannover.

Auch die von der Stadt vorgeschlagene Erweiterung der 280 Sammelplätze für Wertstoffe wird bei einer künftigen 2-wöchentlichen Leerung das Problem nicht lösen. Stattdessen sollten die Altpapiertonnen mindestens wöchentlich geleert werden. Gleiches gilt für die gelben Tonnen. Dann werden auch viel weniger oder kleinere Behälter benötigt.

Außerdem fordern wir, dass anstelle von Sondernutzungen auf Gehwegen Stellplätze am Straßenrand für die Wertstoffentsorgung umgewidmet werden. Diese sollten vorrangig als Unterflurcontainer eingebaut werden, da diese das Stadtbild weniger stark beeinträchtigen, weniger Vermüllung befördern und für Menschen mit Behinderungen leichter benutzbar sind als die großen Container.

Attraktive, sichere und barrierefreie Fußwege sind eine Grundvoraussetzung für das städtische Leben. Jeder Weg beginnt und endet zu Fuß, auf den Gehwegen begegnen sich die unterschiedlichsten Menschen, hier findet sozialer Austausch statt. Wir sollten daher alles tun, unsere Gehwege und öffentlichen Plätze zu stärken.

Rückfragen bitte an Paul Simons (Sprecher der Ortsgruppe Hannover): Tel: 0151 115 21 511 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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